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Wenn Schildkröten tanzen und Schwäne singen

Begeisternder „Karneval der Tiere“ verzaubert beim Kulturtag der Grund- und Mittelschule Vinzentinum Würzburg

Mit viel Musik, Humor und beeindruckendem Engagement verwandelte sich der Festsaal der Erlöserschwestern am 20. Mai in eine schillernde Tierwelt: Die Grund- und Mittelschule Vinzentinum Würzburg präsentierte gemeinsam mit dem Matthias-Grünewald-Gymnasium Camille Saint-Saëns’ berühmten „Karneval der Tiere“ – und begeisterte damit gleichermaßen Kinder wie Erwachsene.

Mit einem kurzen, inspirierenden Exkurs über die Bedeutung von Kultur eröffnete Peter Nossol, Schulleiter des Vinzentinums, den Konzertabend und begrüßte das Publikum im festlich gefüllten Saal. Dabei betonte er, wie wichtig gemeinsames Musizieren, Theater und Tanz gerade für junge Menschen seien – Gedanken, die sich im weiteren Verlauf des Abends eindrucksvoll widerspiegelten.

Schon die Rahmenhandlung versprach einen außergewöhnlichen Abend: „Mitten im Mai – wie ungewöhnlich! – hat der König der Tiere beschlossen, ein Fest zu feiern.“ Mit sichtbarer Spielfreude führte die Theatergruppe der 4. Klasse des Vinzentinums durch das Konzert. Der eigens von Lehrerin und Theater-AG-Leiterin Kerstin Bühl verfasste Text verband die einzelnen Musikstücke charmant und humorvoll miteinander: Die jungen Darsteller sorgten immer wieder für herzliche Lacher im Publikum.

Dass dieses Werk heute weltweit bekannt ist, grenzt beinahe an ein kleines Wunder. Saint-Saëns hatte den „Karneval der Tiere“ ursprünglich nur für eine private Fastnachtsfeier komponiert und eine öffentliche Aufführung zu seinen Lebzeiten untersagt. Zu verspielt erschien ihm das Werk, in dem er nicht nur Tiere musikalisch porträtierte, sondern auch augenzwinkernd berühmte Komponistenkollegen zitierte. Umso schöner, dass dieses humorvolle Meisterwerk nach seinem Tod doch den Weg auf die Konzertbühnen fand – und bis heute Menschen aller Generationen verzaubert.

Rund 30 Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 7 des Vinzentinums, mehrere Lehrkräfte sowie elf Musikerinnen und Musiker des Matthias-Grünewald-Gymnasiums wirkten an dem Projekt mit. Bereits die Vormittagsvorstellung lockte zahlreiche Kindergartenkinder sowie Schulklassen in den Saal, am Abend füllten Eltern, Freunde und Gäste die Reihen.

Die 3. Klasse des Vinzentinums entzückte unter der Leitung von Edith Endres durch liebevoll arrangierte Einlagen. Mit Orff-Instrumenten, Blockflöten, Boomwhackers oder auch Klangeffekten vom Tablet gestalteten sie hochkonzentriert und charmant die humorvollen Zwischeneinlagen.

Ebenso beeindruckend präsentierte sich die Tanz-AG der Mittelschule unter der Leitung von Dominik Blank. Mit viel Hingabe brachten die jungen Tänzerinnen und Tänzer Höhepunkte wie den „Schwan“, das „Aquarium“, den „Elefanten“ oder die „Schildkröten“ eindrucksvoll auf die Bühne.

Ein besonderer Glanzpunkt des Abends war das hochkarätige Ensemble aus professionellen Musikerinnen und Musikern sowie begabten Nachwuchstalenten des Matthias-Grünewald-Gymnasiums. Initiiert wurde die Kooperation von Konzertpianistin Franziska Glemser, die gemeinsam mit ihrem Mann, dem Pianisten Florian Glemser am Klavier musizierte und das Projekt mit großem Engagement leitete. Für die jungen Musikerinnen und Musiker bot sich dadurch die seltene Gelegenheit, mit erfahrenen Profis gemeinsam auf der Bühne zu stehen.

Unter der souveränen Leitung von Inga Leis entstand ein klangvolles und fein abgestimmtes Zusammenspiel. Emma Schnapp, Lotte Beyer und Heike Fleischmann überzeugten mit ihrem feinsinnigen Spiel an Geige und Bratsche, während Milena Balling dem „Schwan“ am Cello eine rührende Tiefe verlieh. Richard Mayr setzte am Kontrabass als „Elefant“ einen starken Akzent während Jakob Glemser bei den „Fossilien“ virtuos die Knochen auf dem Xylophon klappern ließ. Elisa Reuß bezauberte als Klarinettistin beim stimmungsvollen „Kuckuck“ und Margarita Giouseljannis glänzte an der Querflöte in der anspruchsvollen „Volière“.

Am Ende stand langanhaltender Applaus für ein Projekt, das eindrucksvoll zeigte, wie lebendig und mitreißend kulturelle Zusammenarbeit zwischen Schulen sein kann. Ein Abend voller Fantasie, musikalischer Qualität und spürbarer Freude – ganz im Sinne des „Karnevals der Tiere“.

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