Mit einem unscheinbaren kleinen Stoffbündel, das zwei Achtklässerinnen demonstrativ vor den Altar legten, begann der Abschlussgottesdienst des Vinzentinums am 23.7.26 in St. Josef – und mit einem leuchtenden Farbenmeer endete er. Zum Einzug trugen Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen einen zusammengefalteten Schwungtuch-Fallschirm vor den Altar. Was darin steckte, ahnten viele der rund 200 Kinder und Jugendlichen von der 1. bis zur 10. Klasse da noch nicht.
Im Mittelpunkt stand ein Rollenspiel, das von großen wie kleinen Schülerinnen und Schülern getragen wurde: der „Streit der Farben“. Rot und Blau lieferten sich ein wortreiches Duell darum, wer die wichtigste Farbe sei – bis sich aus allen Klassen weitere Farben lautstark einmischten: Gelb als Sonne, Grün als Wiese und Wald, Schwarz, ohne das es „keine Buchstaben, keine Noten und keine Handy-Schrift“ gäbe. Erst der Regen beendete das Durcheinander mit einer einfachen Wahrheit: Jede Farbe kann etwas, das keine andere kann. In diesem Moment entfalteten die Kinder den Fallschirm – und vor dem Altarraum spannte sich ein Regenbogen.
Dass diese Botschaft älter ist als jedes Schwungtuch, zeigte die Lesung: Zwei Sechstklässler übertrugen den Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 12) in heutige Sprache – vom einen Körper mit vielen Teilen, in dem keiner überflüssig ist und keiner herausgetrennt werden darf. Ein defekter Fallschirm, in dem eine Farbe fehlt, ist unbrauchbar. Zum Lachen gabs dann auch je einen Fallschirm-Witz für die Kleinen und einen für die Großen.
Bei den Fürbitten hielten die Achtklässler gemeinsam den Fallschirm; nach jeder Bitte schwang das bunte Tuch – ein sichtbares „Amen“ und auch zum Vater Unser. Unter dem hochgehobenen Farbendach wurden anschließend alle, die die Schule verlassen, die Viertklässler vor ihrem Wechsel in die Mittelschule sowie ein scheidender Mitarbeiter gesegnet.
Zum Abschied gab es für jedes Kind ein geflochtenes Armbändchen aus vielen Farben – als Erinnerung an die Botschaft des Vormittags: Einzeln bist du eine Farbe. Zusammen sind wir ein Zeichen: Bunte Vielfalt im Vinzentinum. Am Ende dankte der Schulleiter allen, die zum Gelingen des Gottesdienstes beigetragen hatten, etwa das Team aus Musikern an Geige, Gitarren Keyboard und Cajon, Gottesdienstteam, Mesner, Technikteam und alle Vorleser, die sich teils auch eigens in der entsprechenden Farbe gekleidet hatten.

























































