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Das sind wir| Geschichte des Vinzentinums

 

Das Vinzentinum konnte im Jahr 2013 auf eine 160-jährige Geschichte zurückschauen. Als Frucht einer Volksmission, die von Jesuiten durchgeführt wurde, entstand im März 1853 der St. Vinzenzverein für Männer. Dieser Verein kaufte im November 1853 in der Bahnhofstraße 8 ein Haus, in das am 1.12.1853 mit Hausvater Andreas Büchold 14 Jungen einzogen.

Gründung 1853

Zum 1. Oktober 1857 übernahmen Schwestern aus der Kongregation vom göttlichen Erlöser aus dem Mutterhaus zu Niederbronn die Erziehung der Jungen. Im Jahr 1866 übergaben die Schwestern die Erziehungsarbeit im Vinzentinum an die Waldbreitbacher Brüder vom 3. Orden des Hl. Franziskus. Ab dem 2. Juli 1881 betreuten dann die Töchter des heiligsten Erlösers aus dem Mutterhaus in Würzburg das Heim bis zum 1. April 1938. 1886 erhielt das Vinzentinum eine eigene Volksschule. 1889 wurde das Haus in der Bahnhofstraße verkauft und ein Grundstück in Grombühl erworben.

Vinzentinum um 1890Am 30. Juli 1890 erfolgte der Umzug mit 76 Zöglingen in den Neubau nach Grombühl.
Am 4.8.1890 wurde die erste hl. Messe im Stadtteil Grombühl in der Kapelle des Vinzentinums gefeiert.

Im gleichen Jahr mietete der Elisabethenverein im Heim einen Saal, der als 1. Kindergarten und Hort für die Grombühler Kinder diente. Ab 1922 kamen auch die Knaben der katholischen Waisenhausstiftung in der Ottostraße in das Vinzentinum.

In den Jahren 1930 / 1931 wurde ein Seitenflügel angebaut, der für die seit 1928 im Haus wohnenden Lehrlinge als Lehrlingsheim verwendet wurde.

1937 setzte die Verfolgung der katholischen Erziehungsanstalten durch die Gestapo und NS-Partei ein. Die Vorsitzenden des Vinzentinumsvereins wurden zum Rücktritt gezwungen und an deren Stelle Kreisleiter als kommissarische Vorsitzende eingesetzt. Diese verkauften das Vinzentinum am 1.4.1938 an die Regierung von Mainfranken. Die Schwestern mussten das Haus verlassen und es wurde das NS - Mainfränkische Jugendheim eingerichtet.

Zerstörung 1945

Bei der Zerstörung der Stadt am 16.3.1945 fielen auch zwei Drittel des Vinzentinums dem Brand zum Opfer. Das Gebäude von 1890 mit der Kapelle brannte völlig aus, der Ostflügel wurde nur beschädigt und dann auch noch ausgeplündert, nachdem Direktor Gräf mit 40 Zöglingen nach Stattfeld bei Eltmann übergesiedelt war.

Im Mai 1945 wurde die erhaltene Anstaltshälfte, in dem das Lehrlingsheim war, dem Bischöflichen Knabenseminar Kilianeum Würzburg zur Verfügung gestellt. So legte auch der damalige Präfekt und spätere Bischof und Kardinal Julius Döpfner selbst Hand mit an den Aufbau.
Am 15.7.1949 konnte das Kilianeum wieder in die Ottostraße zurückkehren. Nun wurde ein Stockwerk des Vinzentinums an das Humanistische Gymnasium vermietet, das schon seit 1945 hier Unterricht erteilt hatte. Ab September 1949 wurde das katholische Knabenheim Vinzentinum wieder eröffnet und die Hedwigschwestern übernahmen die Erziehung und Betreuung der Knaben. Zum 1. August 1950 konnte das Humanistische Gymnasium in seinen Neubau am Rennweger Ring zurückkehren.

Im Januar 1951 wurde eine eigene Anstaltsschule des Vinzentinums mit 40 Kindern zunächst einklassig wieder eröffnet. Zum Mai 1952 musste der Altbau des Vinzentinums wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. Im Jahr 1956 wurde das Knabenheim Karlstadt aufgelöst und mit dem Vinzentinum in Würzburg vereinigt. Dadurch konnte der Wiederaufbau und Neubau des Vinzentinums in Angriff genommen werden.

Das Bischöfliche Bauamt unter Leitung von Diözesanarchitekt Schädel sen. schaffte für die Betreuung von 150 Jungen in den Jahren 1956 - 58 eine großzügige Anlage, die am 13.6.1958 von Bischof Dr. Josef Stangl eingeweiht wurde.

Einrichtung Tagesheim 1974

Zum Schulbeginn im Jahr 1974 wurde neben den Heimgruppen eine Hortgruppe für Tagesheimschüler eingerichtet.
Seit 1978 besuchen auch Mädchen die Volkschule und den Hort des Vinzentinums.

Mit Ende des Schuljahres verließen im Juli 1979 die Hedwigschwestern das Vinzentinum und Herr Gerhard Gabel übernahm zum 1.8.1979 die Heimleitung für 170 Tagesheimschüler und 30 Heimschüler. Schulleiter ist zu dieser Zeit Herr Georg Viering, dessen Vorgänger war Herr Josef Schuster. Zum Schuljahresende 2004 ging Herr Viering in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Schulleiter ist Herr Rainer Stögbauer.

Im Jahr 1985 wurde die Heimgruppe aufgelöst und die Küche geschlossen. Im gleichen Jahr begann die Renovierung des vor 30 Jahren errichteten Heimgebäudes und es erfolgte die von der Aufsichtsbehörde geforderte Entflechtung von Schule und Tagesheim. Ab März 1987 konnte das renovierte Tagesheimgebäude mit 9 Gruppen bezogen werden und die Volksschule wurde auf eine einzügige Grund- und Hauptschule mit 9 Klassen erweitert.

Schulrenovierung ab 2001

Vinzentinum um 2000Von Herbst 2001 bis 2005 wurde der Schultrakt umfassend erweitert, saniert und umgebaut. Im Jahr 2006 wurde die Haustechnik im Tagesheim komplett erneuert, die Außenfassade gedämt und neue, teilweise größere Fenster eingebaut. Mit dem Bau der lang ersehnten Turnhalle wurde im Frühjahr 2009 begonnen. Zum Schuljahr 2011/2012 konnte sie in Betrieb genommen werden. Die feierliche Einweihung mit Bischof Dr. Friedhelm Hofmann fand am 27. September 2011 statt.

Nach 32 Jahren als Leiter des Tagesheimes wurde im Dezember 2011 Gerhard Gabel verabschiedet. Vom 1.1.2012 bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Hausen b. Würzburg am 30.4.2014 war Bernd Schraud Tagesheimleiter im Vinzentinum.

Im April 2013 konnte die Neugestaltung des Außengeländes mit Außensportflächen, Pausenhof und Spielflächen für das Tagesheim soweit abgeschlossen werden, dass es für den Sportunterricht und die Freizeitgestalltung am Nachmittag genutzt werden kann.

Seit 1. September 2014 ist Joachim Volpert Tagesheimleiter im Vinzentinum.

Zur Zeit besuchen etwa 200 Kinder und Jugendliche aus Würzburg und den angrenzenden Gemeinden das Vinzentinum. Sie werden in vier Grundschulklassen  und sechs Mittelschulklassen von 15 Lehrkräften unterrichtet und in zehn Tagesheimgruppen von 22 Erziehern betreut.

 

 

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